Firmenprofil
Die Itella Information GmbH bietet innovative Dokumenten- und Informationslogistik-Lösungen mit der Integration aller notwendigen Transaktionskanäle: von Print und Auslieferung bis hin zu E-Mail und EDI.
Interview
1. Erleben Sie eine Veränderung bei Ihren Kunden und Interessenten seit der Verkündung der EU-Kommission zur Vereinfachung des elektronischen Rechnungsaustauschs?
Die EU-Kommission hat mit ihrer Ankündigung zur Gleichstellung von Papier- und e- Rechnungen nochmals das enorme Einsparpotenzial elektronischer Rechnungsprozesse hervorgehoben. Neu ist diese Erkenntnis jedoch nicht. Und außer einer Absichtserklärung bzgl. der e-Signatur hat die Kommission hier keine wesentlichen Impulse gesetzt. Beispiele aus dem Ausland zeigen jedoch, dass die öffentliche Hand sehr wohl solche Impulse setzen und die Migration zum e-Invoicing entscheidend vorantreiben kann: z.B. indem staatliche Stellen selbst auf e-Invoicing umstellen und so Lieferanten zur Zusendung elektronischer Rechnungen bewegen. Ministerien und Behörden in verschiedenen Ländern fördern die e-Rechnung aufgrund ihres positiven CO2-Effekts aktiv. Solche Impulse würden wir uns auf deutscher oder europäischer Ebene wünschen.
2. Was sind die aktuell die wichtigsten Hindernisse für eine weitere Verbreitung von eInvoicing?
Wer sich mit e-Invoicing beschäftigt, weiß um die eigentlichen Herausforderungen eines solchen Projekts: es geht vor allem um eine ganzheitliche Prozess- und Migrationssteuerung. Also inklusive der bestehenden Papierprozesse, der Abstimmung mit Lieferanten und Kunden und der täglichen Kanalisierung und Überwachung der verschiedenen eingesetzten Datenformate und Invoicingoptionen. Dienstleister bieten hier sofort einsetzbare, bewährte und Kosten sparende Lösungen. Das ist vielen Unternehmen aber immer noch nicht klar bzw. sie zweifeln zu Unrecht daran, dass durch e-Invoicing kein immenser Aufwand entsteht. Insbesondere wenn eine Multi-Channel-Lösung auch die bestehenden Prozesse optimiert und damit sofort Kosten einspart, gibt es aber in der Praxis weder Risiken noch Hürden zu überwinden. Nur in den Köpfen!
3. Für wie wichtig halten Sie Roaming zwischen den Service Providern?
Da derzeit nur ein begrenztes Volumen an e-Rechnungen in Deutschland ausgetauscht wird, spielt auch das Roaming noch keine allzu große Rolle. Aber das wird sich in absehbarer Zeit ändern. Weiter entwickelte Länder zeigen das schon. Denn es wird nie nur z.B. eine einzige Rechnungsplattform geben, sondern immer mehrere. Und der Vorteil des e-Invoicing kann nur voll realisiert werden, wenn diese Anbieter miteinander kommunizieren, statt Insellösungen zu schaffen. In Nordeuropa betreibt Itella z.B. bereits seit langem mit anderen Anbietern erfolgreich Roaming-Konzepte, innerhalb derer eine Vielzahl von Rechnungen optimal ausgetauscht werden. Zum Vorteil aller angeschlossenen Dienstleister und Kunden!
4. In welchen Fällen halten Sie eine Inhouse-Lösung für besser als den Dienstleistungsansatz?
Inhouse-Lösungen sind häufig bei reinen EDI-Nutzern durchaus sinnvoll. Ein effizienter Rechnungsprozess ist für die Mehrzahl der Firmen aber nicht mit einer one-to-one-Anbindung zwischen Sender und Empfänger zu realisieren: Jeder Rechnungssteller hat eine Vielzahl von Kunden, jeder Rechnungsempfänger eine bestimmte Zahl von Lieferanten - jeweils mit unterschiedlichen Anforderungen und unterschiedlichen Systemen. Diese müssten alle individuell angebunden werden. Wer also, wie die meisten Unternehmen, seine Rechnungsprozesse mit einer Multi-Channel-Lösung abdecken muss, wer mit wechselnden Partnern arbeitet, wer wechselnde oder große Volumina aufbringt, der ist immer mit einem Dienstleister am besten bedient.
Kontaktdaten
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