Firmenprofil
SGH ist Ihr führender Dienstleister für Outsourcing in der Rechnungsbearbeitung. Seit mehr als 15 Jahren ist SGH auf die Abwicklung der Zentralregulierung für Verbundgruppen und die automatisierte, elektronische Rechnungsverarbeitung für Kunden aus Handel und Industrie spezialisiert.
Interview
1. Erleben Sie eine Veränderung bei Ihren Kunden und Interessenten seit der Verkündung der EU-Kommission zur Vereinfachung des elektronischen Rechnungsaustauschs?
Der Vorschlag der EU-Kommission ist generell als positives Signal zu verstehen.
Da unsere Kunden jedoch bereits heute von den Vorteilen des eInvoicings profitieren, ergeben sich für sie keine gravierenden Veränderungen. Interessant ist der Vorschlag daher insbesondere für Unternehmen, die noch kein eInvoicing betreiben und denen die Rechtlage zu komplex oder unsicher ist. Viele Unternehmen befinden sich dementsprechend in einer schwebenden Position und wollen die Umsetzung des Vorschlags abwarten. Allerdings wird aktuell kontrovers diskutiert, ob und wie der Vorschlag der EU-Kommission sinnvoll umgesetzt werden könnte. Ferner wird eine eventuelle Umsetzung des Vorschlags in deutsches Recht nicht vor dem Jahr 2013 zu erwarten sein. Unternehmen, die so lange auf eine Optimierung ihrer Prozesse durch eInvoicing warten, verschenken bares Geld.
2. Was sind aktuell die wichtigsten Hindernisse für eine weitere Verbreitung von eInvoicing?
Das Thema eInvoicing ist inzwischen zwar soweit gereift, dass zahlreiche gute und einfach anzuwendende Lösungen am Markt existieren, jedoch fehlt es noch an der flächendeckenden Verbreitung unter den potenziellen Nutzern. Hier lässt sich eine typische grundsätzliche Problemstellung erkennen, wie sie auch in den Anfängen von Fax oder E-Mail bekannt war: Für die Verbreitung von neuen Kommunikationsmethoden ist es entscheidend, dass sie beiden Teilnehmern dem Versender und dem Empfänger standardisiert und weitflächig jederzeit zur Verfügung stehen. Im Hinblick auf das enorme Potenzial dürfte eine weite Verbreitung jedoch nur noch eine Frage der nächsten Zeit sein. Werden in diesem Umfang erst einmal Erfahrungen in der unternehmerischen Praxis gemacht, werden sich die Akzeptanz und die praktische Nutzung der elektronischen Rechnung als neue Kommunikationsform weitflächig durchsetzen.
3. Für wie wichtig halten Sie Roaming zwischen den Service Providern?
Die Möglichkeit eInvocing auch grenzüberschreitend nutzen zu können, stellt für viele Unternehmen eine entscheidende Voraussetzung dar. Dieses Thema ist allerdings sehr komplex und stellt selbst für viele Service Anbieter eine Hürde dar. Durch Roaming werden die einzelnen Betreiber von eInvoicing-Lösungen verschiedener Länder miteinander vernetzt. Dies ermöglicht es, dass einzelne Unternehmen nicht mehrere Schnittstellen zu verschiedenen Service Providern aufbauen müssen, sondern komfortabel mit nur einem einzigen Anbieter im Kontakt stehen.
Auch sgh ist mit ausgesuchten Service Providern vernetzt und ermöglicht einen schnellen und kostengünstigen Zugang zum internationalen eInvocing.
4. In welchen Fällen halten Sie eine Inhouse-Lösung für besser als den Dienstleistungsansatz?
Generell ist eine Inhouse-Lösung kritisch zu sehen. Die Liste der technischen und rechtlichen Anforderungen des eInvoicings ist lang. Hier den Überblick zu behalten ist eine aufwendige und kostspielige Angelegenheit; von den Implementierungskosten einmal abgesehen.
Insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen sollten sich daher für den Dienstleistungsansatz entscheiden. Doch auch für Großunternehmen lohnt sich eine Inhouse-Lösung nur bedingt. Zwar verspricht ein hohes Rechnungsaufkommen einen schnellen Return on Investment der Inhouse-Lösung, zum Kerngeschäft des Unternehmens gehören diese Tätigkeiten deshalb jedoch nicht. Outsourcing-Lösungen profitieren vor allem von Skaleneffekten des Dienstleisters und von seiner Spezialisierung. Auch sind keine Investitionen in die eigene IT-Infrastruktur oder Schulungsmaßnahmen des Personals mehr notwendig. Aktuelle Untersuchungen zeigen zudem, dass durch reine Inhouse-Lösungen nur noch Einsparungen zwischen 5 und 15 Prozent in den Verwaltungen zu erzielen sind. Outsourcing-Maßnahmen bieten dagegen ein deutlich größeres Potenzial.
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